Happy Birthday I am OM may way

I am OM my way gibt es nun schon drei Jahre! Drei Jahre, in denen ich mehr oder weniger regelmäßig meine Gedanken niederschreibe. Auf diesem Weg bedanke ich mich bei Euch fürs Lesen, Kommentieren und Teilen. Ich freue mich, dass wir einen Teil des Weges gemeinsam gehen.

Weiterlesen

Advertisements

Stufen – Hermann Hesse

Stufen

Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.

Es muss das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
In andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.

Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf‘ um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.

Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
Uns neuen Räumen jung entgegen senden,
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden…
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!

Trimurti – Drei weise Begleiter

Noch 5 x schlafen bis Heiligabend! Während wir durch die Adventszeit rasen, auf der Suche nach Geschenken und Besinnlichkeit, finden wir häufig stattdessen Unruhe und Chaos. Das Jahresende rüttelt auf. Wir kommen nicht umhin, Bilanz zu ziehen und fragen uns: Wie ist das letzte Jahr für mich verlaufen?

Für mich war 2017 ein buntes, herausforderndes Jahr. Als Schülerin des Lebens standen insbesondere die Fächer Geduld, Vertrauen, Mut, Freude und Loslassen auf dem Stundenplan und gelernt habe ich, dass irgendwie doch alles immer in Balance ist. Dieser Gedanke erinnert mich an drei sehr weise Begleiter auf und neben der Yogamatte: Brahma, Vishnu und Shiva.

Weiterlesen

Paradox of our time

By Jeff Dickson

The paradox of our time in history is that we have taller buildings but shorter tempers, wider freeways, but narrower viewpoints.

We spend more, but have less.

We buy more, but enjoy less.

We have bigger houses and smaller families, more conveniences, but less time.

We have more degrees but less sense, more knowledge, but less judgment, more experts, yet more problems, more medicine, but less wellness.

We drink too much, smoke too much, spend too recklessly, laugh too little, drive too fast, get too angry, stay up too late, get up too tired, read too little, watch TV too much, and pray too seldom.

We have multiplied our possessions, but reduced our values.

We talk too much, love too seldom, and hate too often.

We’ve learned how to make a living, but not a life.

We’ve added years to life not life to years.

We’ve been all the way to the moon and back, but have trouble crossing the street to meet a new neighbor.

We conquered outer space but not inner space.

We’ve done larger things, but not better things.

We’ve cleaned up the air, but polluted the soul.

We’ve conquered the atom, but not our prejudice.

We write more, but learn less.

We accomplish less.

We’ve learned to rush, but not to wait.

We build more computers to hold more information, to produce more copies than ever, but we communicate less and less.

These are the times of fast foods and slow digestion, big men and small character, steep profits and shallow relationships.

These are the days of two incomes but more divorce, fancier houses, but broken homes.

These are days of quick trips, disposable diapers, throwaway morality, one night stands, overweight bodies, and pills that do everything from cheer, to quiet, to kill.

It is a time when there is much in the showroom window and nothing in the stockroom.

A time when technology can bring this letter to you, and a time when you can choose either to share this insight, or to just hit delete.

Hermann Hesse über Bäume

Bäume sind für mich immer die eindringlichsten Prediger gewesen. Ich verehre sie, wenn sie in Völkern und Familien leben, in Wäldern und Hainen. Und noch mehr verehre ich sie, wenn sie einzeln stehen. Sie sind wie Einsame. Nicht wie Einsiedler, welche aus irgendeiner Schwäche sich davongestohlen haben, sondern wie große, vereinsamte Menschen, wie Beethoven und Nietzsche. In ihren Wipfeln rauscht die Welt, ihre Wurzeln ruhen im Unendlichen; allein sie verlieren sich nicht darin, sondern erstreben mit aller Kraft ihres Lebens nur das Eine: ihr eigenes, in ihnen wohnendes Gesetz zu erfüllen, ihre eigene Gestalt auszubauen, sich selbst darzustellen. Nichts ist heiliger, nichts ist vorbildlicher als ein schöner, starker Baum…

Ein Baum spricht: In mir ist ein Kern, ein Funke, ein Gedanke verborgen, ich bin Leben vom ewigen Leben. Einmalig ist der Versuch und Wurf, den die ewige Mutter mit mir gewagt hat, einmalig ist meine Gestalt und das Geäder meiner Haut, einmalig das kleinste Blätterspiel meines Wipfels und die kleinste Narbe meiner Rinde. Mein Amt ist es, im ausgeprägten Einmaligen das Ewige zu gestalten und zu zeigen.

Ein Baum spricht: Meine Kraft ist das Vertrauen. Ich weiß nichts von meinen Vätern, ich weiß nichts von den tausend Kindern, die in jedem Jahr aus mir entstehen. Ich lebe das Geheimnis meines Samens zu Ende, nichts andres ist meine Sorge. Ich vertraue, dass Gott in mir ist. Ich vertraue, dass meine Aufgabe heilig ist. Aus diesem Vertrauen lebe ich.
Wenn wir traurig sind und das Leben nicht mehr gut ertragen können, dann kann ein Baum zu uns sprechen:
Sei still! Sei still! Sieh mich an! Leben ist nicht leicht, Leben ist nicht schwer. Das sind Kindergedanken. Lass Gott in dir reden, so schweigen sie. Du bangst, weil dich dein Weg von der Mutter und Heimat wegführt. Aber jeder Schritt und Tag führt dich neu der Mutter entgegen. Heimat ist nicht da oder dort. Heimat ist in dir innen, oder nirgends.
Wandersehnsucht reißt mir am Herzen, wenn ich Bäume höre, die abends im Wind rauschen. Hört man still und lange zu, so zeigt auch die Wandersehnsucht ihren Kern und Sinn. Sie ist nicht Fortlaufenwollen vor dem Leide, wie es schien. Sie ist Sehnsucht nach Heimat, nach Gedächtnis der Mutter, nach neuen Gleichnissen des Lebens. Sie führt nach Hause. JederWeg führt nach Hause,jeder Schritt ist Geburt, jeder Schritt ist Tod, jedes Grab ist Mutter…

Wer gelernt hat, Bäumen zuzuhören, begehrt nicht mehr, ein Baum zu sein. Er begehrt nichts zu sein, als was er ist. Das ist Heimat. Das ist Glück.

Wenn Wind weht

Vorab ein Geständnis: Ich bin ein großer Fan von Karten, genauer gesagt von sogenannten Orakelkarten, auch wenn ich den Begriff nicht besonders mag. Dabei geht es mir weniger um irgendwelche Prognosen für die Zukunft, als um eine „Sortierhilfe für das, was gerade ist“. Denn manchmal scheint die Welt da draußen ganz schön verwirrend zu sein. Nicht wahr?

Weiterlesen